
Bio-Karpfen sind viel magerer, fester und wohlschmeckender!
Waldviertler Bio-Karpfen
Sie schwimmen alle nur im Wasser. Dass aber Zuchtfische wie Karpfen nicht nur in ihrem Element sind, sondern im sensiblen Ökosystem Teich gut und gesund heranwachsen sollen, macht die Unterschiede zwischen konventionellem und biologisch gezüchteten Fischen aus.
Wie ein Besuch bei Familie Fischer-Ankern im Waldviertel – von der alle Ja! Natürlich-Karpfen kommen – zeigt, handelt es sich dabei nicht um Glaubensfragen, sondern um handfeste Tatsachen.
Wie Karpfen wirklich schmeckt
Wenn ein Karpfen nach etwa 4 Jahren zirka 2 Kilogramm schwer ist, kommt er in den Verkauf. In Österreich muss der frische Waldviertler Bio-Karpfen nicht weit transportiert werden.
Er hat zartes, festes Fleisch, das weder lettelt noch moselt – wie der vordergründig schlammigen Geschmack bezeichnet wird – sondern äußerst wohlschmeckend und dabei auch noch ziemlich mager ist. Das schwammig-fette Fleisch, das irrtümlich für karpfentypisch gehalten wird, existiert beim Bio-Karpfen nicht.
Die Bio-Karpfen sind frei von jeglichen Medikamenten- oder chemischen Rückständen, Schwermetallbelastung ist selbstverständlich kein Thema. Hätte er nicht den Ruf als reine Weihnachts- oder Silvesterspeise, könnte der Bio-Karpfen problemlos das ganze Jahr genossen werden – er lebt ja in den Waldviertler Teichen und müsste nur abgeholt werden. Das weiß aber kaum jemand, weil bisher bei Fisch weder Herkunft noch Lebensbedingungen hinterfragt wurden.
Dass es den Bio-Karpfen besser geht als herkömmlich gezüchteten, merkt man aber auch ohne Hintergrundwissen - an ihrem Geschmack.

Das Waldviertel eignet sich ideal.
Große, kalte Teiche
Dass Essen schon immer völkerverbindend war, beweist der traditionelle Weihnachtskarpfen ganz besonders deutlich: Der Karpfen stammt nämlich ursprünglich aus China und ist eine der ältesten Fisch-Arten überhaupt.
Im Mittelalter wurde in europäischen Klöstern begonnen, Teichwirtschaft zu betreiben. In der Fastenzeit durfte ja nur Fisch gegessen werden. Das Quasi-Monopol auf die Wasserbewohner sicherte den Klöstern ein gutes Einkommen. Seit über 700 Jahren werden auch im Waldviertel Karpfen gezüchtet. Und das, obwohl es diesen allesfressenden Friedfischen dort eigentlich zu kalt und unwirtlich ist. Das raue Waldviertler Klima ermöglicht kein gemütliches Karpfen-Leben, die Tiere wachsen langsamer, bis sie Speisefisch-Gewicht - zirka 2 Kilogramm - haben.
Die Bio-Karpfen von Familie Fischer-Ankern in Kirchberg am Walde brauchen rund 4 Jahre, bis sie zu Weihnachten gebacken oder als Wurzelkarpfen serviert werden können.
Auch Fische brauchen Auslauf
Biologische Teichwirtschaft folgt noch strengeren Richtlinien als denen für die ohnehin schon qualitativ hochwertigen Waldviertler Karpfen. In den 26 natürlichen Teichen mit insgesamt 165 Hektar Fläche der Fischer-Ankern’schen Guts- und Forstverwaltung dürfen nur so viele Karpfen ausgesetzt werden, dass jedem einzelnen davon – unabhängig von seinem Alter - 20 Quadratmeter „Auslauf“ bleiben.
Nur so wird garantiert, dass genügend natürliches Futter wie Plankton und eiweißreiche Kleinstlebewesen für alle Fische vorhanden ist. Durch die geringe Besatzdichte kommt es zu weit weniger Parasitenbefall, die Wasserqualität – und damit die der Karpfen – ist viel besser. Im Oktober werden die Karpfen händisch und ohne Maschinen, die die Tiere verletzen könnten, aus den Teichen gefischt. Die Speisekarpfen kommen in den Verkauf, die Zuchtkarpfen und die jungen Karpfen, die noch an Gewicht zulegen müssen, werden in großen Tanks zu den tieferen Überwinterungsteichen gebracht. Dort ziehen sie sich bis auf den Grund zurück und halten eine Art Winterschlaf, bei dem sie auch nichts fressen.
Bio-Karpfen sind selbstständiger
Ein Bio-Karpfen muss sich von Frühling bis zum Winter mindestens die Hälfte seines Futterbedarfs selbst sichern, der Rest darf zugefüttert werden. Das Bio-Getreide wie Gerste, Hafer, Weizen und Roggen, das in die Fischer-Ankern’schen Teiche kommt, stammt selbstverständlich aus der eigenen, biologischen Landwirtschaft. Da im Vergleich zur herkömmlichen Fischzucht nicht so viel zugefüttert wird, dauert es zwar länger, bis die Fische das erwünschte Gewicht erreichen, ihr Fleisch ist aber viel magerer, fester und wohlschmeckender als das ihrer konventionellen Karpfen-Kollegen. Außerdem besteht durch die geringere Zufütterung und dadurch, dass die Teiche keinesfalls mit Kunstdünger gedüngt werden dürfen - sonst könnten die Teiche kippen.