Im Portrait

Josef Fleischhacker: beliefert uns mit Hokkaido Kürbis in bester Bio-Qualität

Pamhagen, Burgenland
Es gibt viele Gründe für bio, ausschlaggebend für mich war damals meine eigene Gesundheit.

Wie lange arbeiten Sie schon in der Landwirtschaft?

J. F.: Ich bin Vollerwerbsbauer seit ich 17 Jahre alt bin. Mein Vater ist damals verstorben und ich habe gleich den Hof übernommen. Mitgeholfen habe ich natürlich schon immer.

Wie lange ist Ihr Hof schon ein Bio-Betrieb und warum haben sie sich zur Umstellung entschlossen?

J. F.: Bio-Bauer bin ich seit über 15 Jahren. Es gibt viele Gründe für bio, ausschlaggebend für mich war damals meine eigene Gesundheit. Ich habe durch die Arbeit mit den Herbiziden Probleme bekommen. Da wurde mir bewusst, dass diese Art der Landwirtschaft sowohl für mich als auch für den Boden und die Produkte kein guter Weg ist. Jetzt arbeiten wir ohne chemisch-synthetische Spritzmittel und achten auch darauf, dass keine konventionellen Felder in der Nähe sind.

Was machen Sie als Bio-Bauer anders?

J. F.: Wir halten eine Fruchtfolge ein, das heißt, dass wir auf einem Feld z.B. nur eine Saison lang Kürbis anbauen und dann wieder mehrere Jahre warten müssen, bis wir dieses Feld für den Kürbisanbau nutzen können. Nach einer Kürbissaison folgen z.B. Winterwicke, Platterbse, Senf oder Luzerne. Wir können dadurch nicht jedes Jahr von jedem Feld ernten, sondern arbeiten so, dass wir den Boden mit natürlichen Mitteln gesund halten. Mit Zwischenbegrünungen schützen wir den Boden außerdem vor Abtragungen durch Wind und Regen und vor Auswaschung der Nährstoffe. Das ist besonders wichtig, weil wir als Bio-Bauern auf künstliche Dünger verzichten.

Hier liegen noch ein paar Kürbisse am bereits abgeernteten Feld, was passiert mit diesen?

J. F.: Manche Kürbisse sind zu klein oder beschädigt. Diese bleiben liegen und wirken wieder als Dünger fürs nächste Jahr.

Welche Kürbissorten bauen Sie an?

J. F.: Wir bauen bei Kürbis nur die Sorte Hokkaido an. Sie schmeckt wunderbar und hat eine hervorragende Konsistenz. Außerdem kann man die dünne Schale mitessen – gerade wenn der Kürbis aus biologischem Anbau kommt, wo keine chemisch-synthetischen Spritzmittel eingesetzt werden, ist das überhaupt kein Problem. Den Hokkaido essen wir auch selbst sehr gern. Wir essen viel Kürbis.

Bio-Info: Fruchtfolge

Die wechselnde Aussaat unterschiedlicher Früchte (sog. „Fruchtfolge“) hält den Boden gesund und lockert ihn auf, was sich wieder positiv auf die Freisetzung von Nährstoffen für die folgende Ernte auswirkt. Der Bio-Bauer verzichtet dem Boden zu Liebe auf Maximierung der Ernte. Dafür kann ohne Kunstdünger gearbeitet werden und der Boden bleibt langfristig fruchtbar.

Wie essen Sie ihn am liebsten?

J. F.: Vor allem als Suppe. Am liebsten mit Kernöl und etwas Käse.

Was wird neben Kürbis noch alles auf ihrem Hof angebaut?

J. F.: Wir bauen auf 15 Hektar Getreide an: Dinkel, Sommer- und Winterweizen. Außerdem haben wir 2 Hektar Zucchinifelder und 15 Hektar Wein unterschiedlicher Sorten. Und natürlich die unterschiedlichen Zwischenfrüchte. Insgesamt bewirtschaften wir ca. 40 Hektar, wobei wir nicht jedes Feld jedes Jahr beernten, denn wir achten auf eine Fruchtfolge, die dem Boden gut tut.

Alles bio?

J. F.: Ja, etwas Anderes kommt für uns nicht in Frage. Getreide und Zucchini bauen wir ebenso wie die Hokkaido-Kürbisse für Ja! Natürlich an. Der Wein geht an das Weingut Meinklang nebenan. Hier hatten wir heuer leider wieder große Ernteausfälle wegen dem Spätfrost.

Gab es beim Kürbis schon mal größere Ernteausfälle?

J. F.: Beim Kürbis ist es möglich, später auszusäen, da haben wir den Spätfrost abgewartet. So konnten wir Ernteausfälle verhindern.

Wie bekämpfen Sie als Bio-Bauer Schädlinge?

J. F.: Schädlinge sind beim Hokkaido kein besonders großes Problem.

Wie wird durch Kontrolle die Qualität sichergestellt?

J. F.: Kontrollen haben wir von unterschiedlichen Stellen mehrmals im Jahr. Manchmal gibt es auch Nachkontrollen oder Kontrollen, bei denen die Arbeit der Kontrollstellen kontrolliert wird. Das ist zwar zeitaufwendig und auch kostspielig, aber es muss wohl sein.

Und wie lange dauert nun die Ernte?

J. F.: Wir ernten von ca. Mitte August bis Anfang Oktober.

Was ist bei der Ernte besonders wichtig?

J. F.: Die Kürbisse werden zwischen 800 g und 1,2 kg geerntet, dafür habe ich schon ein Auge. Sie werden nur abgebürstet, so bleiben sie am besten haltbar. So kommen sie dann ins Geschäft. Ein Stück vom Stiel muss unbedingt am Kürbis bleiben, denn bricht dieser ab, kommt am Stielansatz das Fruchtfleisch zum Vorschein und der Kürbis verdirbt schneller.

 

Wir danken für die spannenden Einblicke und wünschen weiterhin eine erfolgreiche Ernte!

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