Im Portrait

Josef Lunzer: Baut für uns Schalotten im Seewinkel an

Tadten, Burgenland
Wir sind mit der Natur verbunden, um mit ihr leben zu können.

Im Interview erzählt uns Josef Lunzer über die großen Unterschiede zwischen konventionellem und biologischem Anbau, wie der Bio-Landbau ohne den Einsatz von chemisch-synthetischen Spritzmitteln und ohne künstliche Dünger auskommt, warum Erfahrung der kostbarste Schatz für Bio-Bauern ist und was Selbstversorger beachten müssen, um erfolgreich Schalotten aus dem eigenen Garten zu ernten:

Ja! Natürlich:
Worin unterscheiden sich Schalotten von herkömmlichen Zwiebeln?

Josef Lunzer: Für mich sind sie einfach würziger und bringen den Speisen ein wunderbares Aroma. Salat ohne Schalotten geht nicht. Fisch ohne Schalotten geht auch nicht.

Ja! Natürlich:
Was unterscheidet den biologischen Anbau vom konventionellen?

Josef Lunzer: Der Aufwand im konventionellen Anbau besteht aus Anbau, Spritzen, Ernte und eventuell Beregnung. Weil hier in Samen angebaut wird, ist es weniger Aufwand, maschinell zu reinigen, zu sortieren und abzupacken. Denn biologisch erzeugte Schalotten sind Pflanzschalotten – also kein Samen, und können maschinell auf dem Feld nur teilweise von Unkraut sauber gehalten werden. Deshalb braucht es noch zusätzlich Handarbeit: Die Pflanzen müssen beim Aufgang und bei der Teilung beregnet werden, wenn es zu trocken ist. Weil Bio-Schalotten nicht mit Samen angebaut sind, stehen die Pflanzen nicht einzeln, sondern in 5- 8 Stück. Wir ernten maschinell. Die meisten Schalotten hängen noch bei der Ernte zusammen und können deshalb maschinell nur vorgereinigt werden. Die Nachreinigung erfolgt händisch.

Ja! Natürlich:
Was ist aktuell – Anfang August – alles zu tun am Feld?

Josef Lunzer: Jetzt nähert sich die Ernte. Ich mache die ganzen Feldarbeiten: Getreide wurde diese Woche geerntet, daneben häckseln, rauslegen und aufnehmen und nach Hause bringen der neuen Ernte. Gleichzeitig aufbereiten und liefern der Schalotten. Die Lieferung mache dann ich ausschließlich in dieser Zeit. Neben bei natürlich die Buchhaltung…

Dieses Gebiet ist deshalb so gut für den Schalotten-Anbau geeignet, weil das Klima trocken und heiß ist. Das liebt die Schalotte und braucht es für die natürliche Reifung und Trocknung – wir trocknen unter einer offenen Überdachung.

Ja! Natürlich:
Was sind die Herausforderungen beim Bio-Anbau von Schalotten?

Josef Lunzer: Jedes Jahr macht man es besser – und jedes Jahr kommen neue Überraschungen dazu. So haben wir schon sehr viel Erfahrung im biologischen Schalotten-Anbau gemacht und machen immer wieder neue. Das wichtigste im Bio-Landbau ist die richtige Fruchtfolge, um einen gesunden Boden zu erhalten. Und dann können wir auf eine gute Ernte hoffen – so Gott will und das richtige Wetter schickt.

Ja! Natürlich:
Können Sie uns Tipps zur Lagerung von Schalotten für zuhause geben?

Josef Lunzer: Nie im Kühlschrank, in der Tasse lassen, Folie weg, trocken lagern

Ja! Natürlich:
Haben Sie einen Tipp für Bio-Gartler, die ihre Schalotten selbst anbauen wollen?

Josef Lunzer: Das fragen mich viele Leute. Auch im kleinsten Garten bedarf es einer Fruchtfolge. Die Schalotten sind nicht selbst verträglich, man muss 5 Jahre warten, um auf dem selben Platz wieder Schalotten zu pflanzen. So geht es mit vielen Gemüsearten wie Erbsen, Kartoffel, Bohnen, Paprika oder Tomaten. Anfang April werden die Schalotten im Garten gepflanzt, im Abstand von 10-12 cm – nicht zu tief in die Erde geben! Anfangs zum Aufgang brauchen sie viel Wasser und dann zur Teilung. Wenn sich die Schläuche umlegen, rausnehmen und in der Sonne trocknen.

Ja! Natürlich:
Herr Lunzer, herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die heurige Ernte.

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Ja! Natürlich.