Die Brennnessel steht uns stets zur Verfügung und wird trotzdem oft übersehen und nicht wertgeschätzt. Ja, sie macht es uns aber auch nicht immer leicht, sticht und brennt es doch, wenn wir sie berühren. Wir haben aber das Glück, dass wir uns diese Tugenden zu Nutze machen können. Ob mit den ersten jungen Trieben im Frühjahr als Tee zum Entschlacken oder in der Küche, mit ihren Wurzeln für eine Tinktur oder im Herbst mit dem Brennnesselsamen als Stärkung, ist sie vielseitig und abwechslungsreich einsetzbar.

Nahaufnahme von Bio-Brennnessel.

Kräutertipp:

Die Brennnessel wirkt blutreinigend, blutbildend, entschlackend, stoffwechselanregend und allgemein stärkend, ja sie steht für Vitalität! Übersäuerung ist auch ein Zeichen unserer Zeit (ja, wir gehen manchmal wirklich „sauer“ durchs Leben, nicht nur der Körper, sondern auch das Gemüt!) — auch da steht die Nessel bereit, wird ihr doch eine entsäuernde, basische Wirkung nachgesagt.

Jemand walkt mit einem Nudelholz über Bio-Brennnesselblätter.

Koch-Tipp:

Brennnesselblätter pflücken und vor der weiteren Verwendung in der Küche ein paar Mal mit dem Nudelwalker drüber walken, es brechen die Brennhärchen und es brennt nicht mehr.

Kräuterpfarrer Künzel hat schon richtig bemerkt: „Hätte die Brennnessel keine Stacheln, wäre sie schon längst ausgerottet, so vielseitig sind ihre Tugenden."
Andrea Rieder