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Wissen

Bio Diversität lebt von unserem höchsten Bio Wissen

Sarah Krobath
Juni 6, 2022

Was wir morgen ernten und essen werden, wie wir mit den Umweltveränderungen durch den Klimawandel zurechtkommen und wie gut es uns gelingt, diesen auszubremsen – all das hängt maßgeblich von der biologischen Vielfalt ab. Aber was versteht man unter Biodiversität genau und wie können wir sie fördern?

Biodiversität: Vielfalt fürs Leben

Für eine intakte und für Menschen, Tiere und Pflanzen lebenswerte Umwelt braucht es biologische Vielfalt, die sogenannte Biodiversität. Unter diesem Begriff werden drei große Bereiche zusammengefasst, die miteinander verbunden sind und in Wechselwirkung zueinander stehen:

Drei große Bereiche der Bio Diversität

Herz mit Schriftzug bio darin als schwarzes Icon auf weißem Hintergrund

Vielfalt der Ökosysteme:

dazu zählen Lebensräume wie Wiesen, Wälder und Hecken genauso wie Seen und Teiche.
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Artenvielfalt:

die Summe unterschiedlicher Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen innerhalb eines Lebensraumes oder Gebietes.
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Genetische Vielfalt:

das ist die genetische Bandbreite der Arten.
Stefan Hillinger

Keine (Bio) Landwirtschaft ohne Biodiversität.

Im Grunde gehen Landwirtschaft und Biodiversität Hand in Hand. So hat die Ackerwirtschaft mit ihren Feldern, die von Wiesen, Hecken und Gräben unterbrochen werden, neue Landschaften und Lebensräume entstehen lassen, während die traditionelle Almwirtschaft seit jeher bedrohten Tier- und Pflanzenarten das Überleben sichert. Gleichzeitig stellt die intensive Landwirtschaft eine der größten Bedrohungen für die Artenvielfalt dar – insbesondere, wenn in Kulturlandschaften, auf immer mehr Feldern und Tellern die Eintönigkeit regiert. Wird auf einer Fläche immer wieder dieselbe Pflanze angebaut, sind ausgelaugte Böden und die Verbreitung von unerwünschten Beikräutern, Schädlingen und Krankheiten die Folge.

Neben Monokulturen lässt auch der Einsatz von chemisch-synthetischen Spritz- und Düngemitteln (was beides in der Bio-Landwirtschaft bei Ja! Natürlich nicht gemacht wird) die Pflanzenvielfalt und damit das Nahrungsangebot für Insekten – die artenreichste Gruppe aller Lebewesen – weiter schrumpfen. Mangelt es an Insekten, fehlen wichtige Bestäuber für Nutzpflanzen, natürliche Feinde von Schädlingen und nicht zuletzt Nahrung für Vögel. Auf das Insektensterben folgt das Vogelsterben. So gerät Schritt für Schritt das Gleichgewicht des gesamten Ökosystems ins Wanken. Dabei stellt Biodiversität für die Landwirtschaft den wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel und für unsere langfristige Ernährungssicherheit dar.

Gesunder Boden

Biodiversität beginnt im Boden.

90% unserer Lebensmittel wachsen im Boden. Ist dieser gesund, bildet er ein ganzes Ökosystem mit hoher biologischer Vielfalt – von den kleinsten Bodenlebewesen, die den Boden auflockern, bis hin zu wertvollen Bestäubern. Diese Vielfalt ist entscheidend dafür, dass auch künftige Generationen hochwertige Lebensmittel ernten können. Denn auf längere Sicht werden nur nachhaltig bewirtschaftete Bio-Flächen dem Klimawandel gewachsen sein. Gesunde Böden mit hohem Humusgehalt können mehr Wasser aufnehmen und größere Mengen an CO2 binden, damit diese nicht in die Atmosphäre entweichen. Gleichzeitig verursacht der Anbau biologischer Lebensmittel durchschnittlich 25 Prozent weniger Treibhausgasemissionen. Für Ja! Natürlich hat die Erhaltung gesunder und fruchtbarer Böden deshalb höchste Priorität.

Gegen Schädlinge kommen Nützlinge zum Einsatz: etwa Florfliegen bei Läusebefall.
Erwin Binder, baut Bio-Gemüse und -Kräuter im Seewinkel an
Der Anbau biologischer Lebensmittel verursacht durchschnittlich 25% weniger Treibhausgasemissionen!

Fruchtfolge für mehr Biodiversität.

Die Bio-Landwirtinnen und -Landwirte, mit denen Ja! Natürlich zusammenarbeitet, wissen um den Wert eines vielfältigen Bodenlebens. Um es zu schützen, setzen sie auf Kreislaufwirtschaft und eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und fördern nach der Ernte die Humusbildung durch Gründüngung und der Ausbringung von Kompost. Gründüngungs-Pflanzen wie Luzerne, Lupine oder Klee dienen nicht nur als Sonnenschutz und zum Schutz vor Erosion, sie sorgen außerdem dafür, dass die künftigen Pflanzen die benötigten Nährstoffe erhalten. Pestizide und Herbizide, die das Leben im Boden hemmen und nützliche Bodenbewohner wie Regenwürmer schädigen, sind in der Bio-Landwirtschaft aus gutem Grund schon immer verboten. Das Ergebnis der zahlreichen Bemühungen der Bio-Bäuerinnen und -Bauern kann sich sehen lassen: auf biologisch bewirtschafteten Flächen treten rund 30 Prozent mehr Arten und 50 Prozent mehr Individuen als bei konventionellen Kulturen auf.[1]

[1] Zahlen aus diesem Artikel: https://www.janatuerlich.at/magazin/klimaschutz-beginnt-am-teller/

 

Die Sojabohne lockert die Fruchtfolge auf. In regelmäßigen Abständen angebaut, reichert sie den Boden mit Stickstoff an und arbeitet so als natürlicher Dünger.
Florian Pessenlehner, pflanzt Bio-Soja im Burgenland
Auf biologisch bewirtschafteten Flächen treten rund 30% mehr Arten und 50% mehr Individuen als bei konventionellen Kulturen auf.

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Biodiversität bringt Vielfalt ins Leben!

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