Im Portrait

Stefan und Judith Riegler-Nurscher: hüten Bio-Weidegänse

Mostviertel, Niederösterreich
Judith und Stefan Riegler-Nurscher auf der Weide
Weidegänse auf der Weide
„Unsere Gänse sind rund um die Uhr im Freien und leben wie Wildtiere. Mit mobilen Zelten und einem Wasserbecken haben sie zudem ausreichend Schatten und Schwimmmöglichkeiten.“
Stefan Riegler-Nurscher
Hof von Familie Riegler-Nurscher

Seit 30 Jahren Bio

Die Vogelhaltung haben bereits Stefans Eltern begonnen. Nach der Aufgabe der Rindermast sahen sie in den 1990er-Jahren in der Gänseaufzucht eine neue Chance. 1996 hielten die Schnabeltiere Einzug, zugleich erfolgte die Umstellung auf biologische Landwirtschaft. Und so verzichtet die Familie bereits seit 30 Jahren auf Nahrungsergänzung für die Tiere oder künstliche Düngung und Pestizide auf den Feldern. Denn wo nicht gerade die Gänse weiden, wachsen Gerste, Hafer, Luzerne, Hanf und Leinsamen. Ein Teil wird verfüttert, der andere Teil über ein eigenes Unternehmen selbst vertrieben.

Bio-Weidegänse aus Österreich

„Etwa ein Drittel der Fläche ist ausschließlich Weide, der Rest ist Grünland, das wechselnd bebaut wird“, sagt Stefan Riegler-Nurscher und setzt hinzu: „Unsere Gänse bekommen nur Futter, das wir selbst produzieren. Das sorgt für kurze Wege und zugleich wissen wir, was unsere Tiere fressen.“ Die Tiere selbst stammen aus einer nahen Brüterei. Als Eintagsküken kommen sie meist im Mai an den Hof, wo sie zehn Tage unter Wärmelampen im Aufzuchtstall verbringen. Danach heißt es erstmals Weideluft schnuppern, schließlich brauchen die Gössel, wie die „Gänsekinder“ heißen, Vitamine. Und die finden sie auf der Weide.

Gänse auf der Weide
Bio-Futter für die Gänse
Gänse trinken Wasser
Schattenspender für die Weidegänse

Rund um die Uhr auf der Weide

Während der ersten fünf bis sechs Wochen ist Vorsicht geboten. Danach ist das Gefieder dicht genug, dass die Tiere im Freien bleiben können. „Unsere Gänse sind rund um die Uhr auf der Weide. Wir haben keinen Stall, dafür weitläufige Wiesen, wo sie Abwechslung finden.“ Die Weiden wechseln regelmäßig und mit den Tieren reisen auch drei Zelte, die Schatten spenden. „Ein Zelt ist sogar mit einem ‚Swimmingpool‘ ausgestattet, schließlich sind unsere Gansln Wassertiere. Im Sommer, wenn es heiß ist, finden sie unter den Zelten zusätzlich Abkühlung durch Sprühnebel“, erzählt Stefan Riegler-Nurscher über die Weideausstattung und seinen Beitrag zum Tierwohl.

Weidegänse auf der grünen Weide

Naturnahe Tierhaltung

Die Ja! Natürlich Weidegänse genießen 24/7 Auslauf, Tageslicht und ausreichend natürliche Nahrung. Dass die Schnäbel nicht gestutzt werden, ist dabei ebenso selbstverständlich wie das Verbot von Medikamenten und anderen Zusätzen. Schließlich finden die Gänse am Hof alles, was sie für ein gesundes Wachstum benötigen: natürliches Licht, gesunde Luft und frische Gräser und Kräuter sowie Bio-Getreide.

Gänse auf der Weide

Abendprogramm: Gänse schauen

Nach 140 bis 160 Tagen auf der Weide haben die Tiere eine gute Fleischfülle entwickelt. Ende Oktober/Anfang November setzt die Abholung ein. Schön langsam wird es ruhig am Hof von Stefan Riegler-Nurscher. „Ich genieße die Zeit, wenn es still ist, aber irgendwann freue ich mich dann schon wieder auf die neuen Gänse“, sagt der Landwirt. „Wenn sie über die Weiden spazieren und dabei gleichmäßig murren, dann ist das sehr beruhigend. Oft nehme ich am Abend meinen Hund, gehe hinaus und schaue eine Stunde nur den Gänsen zu – das ist für mich Entspannung pur.“

„Unsere Gänse stammen aus österreichischen Gänseeiern, wachsen hier auf und werden hier geschlachtet. Damit weist jede Ja! Natürlich Bio-Weidegans 100 Prozent österreichische Herkunft auf.“
Stefan Riegler-Nurscher
Gänse auf der Weide
Stefan Riegler-Nurscher füllt die Futter-Tröge auf
Stefan Riegler-Nurscher hält Weidegans
Gänse Nahaufnahme
Stefan Riegler-Nurscher füllt die Futter-Tröge auf
Bauernhof und Traktor
Gänse auf der Weide