Garten

Bio-Pilze im eigenen Garten anbauen

Doris Kampas
Juli 13, 2017

Pilze stellen eine ganz besondere Gruppe von Lebewesen dar: sie werden – aufgrund ihrer Eigenschaften und Lebensweise weder zu Tieren noch zu Pflanzen gezählt. Neben den Pilzen, die wir aus unseren Wäldern kennen und die oft in einer Symbiose mit bestimmten Baumarten leben (z. B. Birkenröhrling mit Birke) gibt es auch sogenannte saprophytisch lebende Arten. Diese Pilze ernähren sich von abgestorbener organischer Masse. Dies ermöglicht sogar die Züchtung zuhause. Da Pilze sehr reich an Vitaminen, Spurenelementen und lebenswichtigen Fettsäuren sind, werden sie in Asien nicht nur als eine Delikatesse, sondern auch als Heilmittel verwendet und geschätzt. Zum Beispiel enthalten Shii Take Pilze ein Provitamin des Vitamins D2, welches in Fleisch, aber nur selten in Pflanzen vorkommt. Daher sind Pilze eine besonders wertvolle Nährstoffquelle für Vegetarier und Veganer. Bei spezialisierten Pilzzüchtern werden mittlerweile zahlreiche Pilzsorten für die Anzucht im eigenen Garten angeboten. Die gängigsten Formen der Anzucht sind auf totem Holz oder auf Strohballen, gefolgt von weiteren Möglichkeiten. Wichtig ist bei der Auswahl, dass die ausgewählte Pilzsorte und die Brut-Art für die vorgesehene Anbaumethode geeignet sind.

Was ist eine Pilz-Brut?

Unter einer Pilz-Brut versteht man die Pilzkultur auf einem geeigneten Trägermaterial. Je nach Trägermaterial werden folgende Brut-Arten unterschieden:

  • Dübel-Brut: Als Trägermaterial für das Pilzgeflecht (Myzel) werden Holzdübel (meist aus Buchenholz) verwendet. Die Dübel-Brut eignet sich am besten für die Beimpfung von Holzstämmen oder auch Strohballen.
  • Körner-Brut: Das Pilzmyzel wächst auf Getreidekörnern. Sie ist zum Beimpfen von Stämmen geeignet und wird u. a. auch in der industriellen Züchtung von Champignons verwendet.
  • Substrat-Brut: Unter Substrat-Brut versteht man Pilzgeflechte, die auf fermentiertem Strohmehl, Strohhäckseln oder Sägespänen wachsen. Mit Substrat-Brut werden oft Strohballen beimpft.

Die Anbaumethoden für Pilze im eigenen Garten

Pilzkultur auf Storh

Will man Pilze auf Strohballen kultivieren, muss man unbedingt auf die Strohqualität achten. Für die Anzucht sollte man nur Ballen aus ökologischer Landwirtschaft verwenden, denn das Stroh in konventionellen Strohballen wurde vorab oft mit Pilzvernichtungsmitteln behandelt. Die Pilze können auf solchen Ballen dann nicht gedeihen. Der richtige Zeitpunkt für die Beimpfung ist vom Frühling (April) bis zum Spätsommer. Vor der Beimpfung werden die Strohballen für zwei Tage in ein Gefäß mit sauberem Regen- oder Leitungswasser eingetaucht und vollständig durchnässt. Danach werden sie herausgenommen, für einen Tag stehen gelassen und anschließend mit einer Dübel- oder Substratbrut beimpft. Bei günstigen Wetterbedingungen (Temperaturen zwischen 20 – 25° C) und richtiger Pflege (die Ballen dürfen nicht austrocknen, aber auch nicht zu nass sein) kann man nach ca. drei Monaten mit der ersten Ernte rechnen. Die Fruchtkörper des Pilzes – das sind die sichtbaren Schwammerln – werden in Zyklen alle drei bis vier Wochen gebildet. Aus einem Strohballen kann man bei optimalen Bedingungen bis zu 6 kg Pilze ernten, bis seine gesamten Nährstoffe verbraucht sind. Diese Anbaumethode eignet sich hervorragend für Austernpilze, Braunkappen, Limonenpilze und Kräuterseitlinge.

Pilzkultur auf Holz

Bei einer Pilzkultur auf Holzstämmen muss man mehr Geduld als beim Stroh beweisen. Bei weichem Holz (Birken, Pappel) wartet man ca. 6 Monate, bei hartem sogar bis zu einem Jahr auf die erhofften Ergebnisse. Dafür kann man sich über die Ernte wesentlich länger freuen – bis zu sieben Jahren. Auch hier kann man nicht jedes beliebige Holzstück verwenden. Das Holz sollte von bestimmten Laubgehölzen (je nach Pilzart) stammen, frisch geschlagen (nicht länger als fünf Monate vor der Impfung) und völlig gesund sein. Geeignet sind ca. 1 m lange Stammstücke oder Teile von dicken Ästen. Genauso wie die Strohballen werden die Holzstämme vor der Beimpfung gründlich in einem Gefäß mit Wasser durchnässt. Weil einige Pilzarten Erdkontakt benötigen, wird ein Ende des beimpften Holzstückes senkrecht bis ca. 20 cm Tiefe in die Erde eingegraben.  Die Beimpfung erfolgt mit Körner- oder Dübel-Brut. Auf Holz kann man erfolgreich Shiitake-, Austern-, Limonen- oder Toskanapilze züchten. Aber Achtung – verschiedene Pilzarten ziehen unterschiedliche Holzarten vor!

Waldgartenpilzkultur

Auf geeigneten Standorten können Pilze natürlich auch direkt im Boden angebaut werden. Dieser sollte humos sein, um ein optimales Wachstum des Myzels zu ermöglichen. An einem schattigen, windgeschützten Platz, am besten unter Laubbäumen, wird ein ca. 40 x 40 cm großes und 15 cm tiefes Loch gegraben, welches anschließend mit einem speziellen Pilzsubstrat befüllt wird. So kann man z. B. Stockschwämmchen, Kräuterseitlinge, Braunkappen, Toskana- oder Austernpilze anbauen.

Bio-Tipp

Wer keinen Garten besitzt, findet bei uns Kräuterseitlinge, Seiden-Austernpilze, Shii Take, Austernpilze, Edelausternpilze und Champignons aus Bio-Zucht!

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