Anton Nichtawitz Strohschweine Anton Nichtawitz Strohschweine
Im Portrait

Anton Nichtawitz: hält im östlichen Waldviertel Strohschweine

östliches Waldviertel, Niederösterreich
Anton Nichtawitz Strohschweine
Anton Nichtawitz Strohschweine

Stall nach Maß

Mit der Schweinehaltung hat sich Anton Nichtawitz jun. im Rahmen seiner Projektarbeit auf der Fachschule beschäftigt. Er stellte dabei Berechnungen an, wie sich Mastschweine am besten halten lassen, besuchte Bio-Bauern in der Umgebung und errichtete schließlich seinen eigenen Stall. Dieser ist so gestaltet, dass die Tiere jederzeit ins Freie können. So haben sie Auslauf und Abwechslung und können sich, je nach Jahreszeit, ein Plätzchen in der Sonne oder im Schatten suchen.

Anton Nichtawitz Strohschweine
Anton Nichtawitz Strohschweine
„Als Bio-Bauer fühle ich mich wohl bei dem, was ich mache.“
Anton Nichtawitz jun., Bio-Bauer aus Leidenschaft

Kaltes Wasser an heißen Tagen

Wenn die Temperatur über 30 Grad steigt, hilft Anton Nichtawitz manchmal bei der Abkühlung nach: An heißen Tagen tut er seinen Tieren etwas Gutes, wenn er die „Schweinedusche“ aufdreht, einen Düsenschlauch, den er zu diesem Zweck umfunktioniert hat. „Die Tiere genießen diese Erfrischung, das Wasser dafür kommt aus unserem Brunnen“, sagt der Landwirt und verweist zugleich darauf, dass Schweine eigentlich saubere Tiere sind: „Sie koten nicht in den Stall, sondern in den Außenbereich. Das hat mehrere Vorteile: Zum einen bekomme ich so guten Dünger, zum anderen brauche ich zur Reinigung des Stalls keine chemischen Mittel. Das funktioniert allein mit Steinmehl.“

„Der Mist meiner Tiere, den ich auf die Felder führe, ist mein Gold – ich erziele tolle Erträge und das macht mich stolz.“
Anton Nichtawitz jun.

Die „passende Partie“

Die Wassertränke befindet sich im Außenbereich und steht den Tieren, wie das Futter, rund um die Uhr zur Verfügung. Dieses besteht neben selbst angebauter Triticale und Gerste auch aus Bio-Altgebäck – ein Leckerbissen für die Schweine und zugleich sinnvolle Verwertung nicht mehr gebrauchter Lebensmittel. Als „Zuspeise“ gibt es dann noch Ackerbohnen und Erbsen, die Anton Nichtawitz von einem Freund bezieht, sowie Eiweißergänzer – alles zu 100 Prozent aus Österreich. Ein anderer Freund liefert die Ferkel: „Der Züchter stellt mir immer die passenden Partien an Schweinen zusammen. Diese kommen gemeinsam an den Hof und ziehen dann von Box zu Box weiter.“ Rund 30 Tiere teilen sich eine Box, nach vier bis fünf Wochen wechseln sie gemeinsam in die nächste. Etwa 20 Wochen bleiben sie am Hof, dann werden sie von einem regionalen Fleischhauer abgeholt, bei dem Anton Nichtawitz dann auch selbst sein Fleisch bezieht.

Spiel im Stroh

Letztendlich bleibt noch die Frage nach dem Stroh: „Das Stroh ist ihr natürlicher Untergrund im Stall. Die Schweine lieben es, darin zu spielen und herumzuwühlen oder es herumzutragen“, erklärt Anton Nichtawitz. „Auch wenn die Haltung des Strohschweins aufwendiger ist, ist es mir das allemal wert: Es macht einfach eine Freude, den Tieren in diesem artgerechten Umfeld zuzusehen.“

Bio-Diversität

Was wir morgen ernten und essen werden, wie wir mit den Umweltveränderungen durch den Klimawandel zurechtkommen und wie gut es uns gelingt, diesen auszubremsen – all das hängt maßgeblich von der biologischen Vielfalt ab. Aber was versteht man unter Biodiversität genau und wie können wir sie fördern? Die Antworten findest du hier.