Im Portrait

Rudolf Wammes: Baut Äpfel auf 690 m Seehöhe in Bio-Qualität an

Haiming, Tirol

Ja! Natürlich:
Sie bauen Ihre Bio-Äpfel in Tirol an – warum eignet sich gerade diese Region für den Apfel-Anbau?

Rudi Wammes: Haiming liegt auf 690 m Seehöhe. Das bedeutet kalte Nächte im Herbst, die den Zuckeranteil im Apfel steigern und die Ausfärbung optimieren. Die Fruchtfleischfestigkeit ist wesentlich höher, dadurch sind die Äpfel besser lagerfähig.

Ja! Natürlich:
Was macht den Geschmack der Äpfel aus?

Rudi Wammes: Zuckergehalt, Festigkeit, Aroma, Sorte und Reifegrad.

Ja! Natürlich:
Welche Faktoren im Anbau haben Einfluss auf die Qualität und eine erfolgreiche Ernte?

Rudi Wammes: Düngung, Schnitt, Wetterverhältnisse, Pflanzenschutzmaßnahmen, gesunde Bäume, Blatt-Fruchtverhältnis, Bodenbeschaffenheit und Erntezeitpunkt.

Ja! Natürlich:
Was unterscheidet den biologischen Anbau vom konventionellen im Aufwand von Anbau und Ernte?

Rudi Wammes: Der Bio-Anbau ist wesentlich risikoreicher (Ernteausfälle) und arbeitsintensiver. Für den Bio-Anbau dürfen nur organische Substanzen, die im Bio-Anbau erlaubt sind, verwendet werden. Der Ernteaufwand ist höher, weil die Äpfel meist kleiner sind. Die Erntetechnik ist aber gleich wie im konventionellen Anbau.

Seit 2011 werden Bio-Äpfel an Ja! Natürlich geliefert. Weil ich mich als überzeugter Bio-Bauer sehr gut mit dieser Marke identifizieren kann und mir die regionale Bio-Versorgung wichtig ist.

Ja! Natürlich:
Von wem werden Sie kontrolliert?

Rudi Wammes: BIKO-Tirol, SLK und Ja! Natürlich.

Ja! Natürlich:
Wie sieht Ihr täglicher Arbeitsablauf bzw. der saisonale Kreislauf aus?

Rudi Wammes: Im Winter findet der Baumschnitt statt, im Frühling wird gedüngt und wir beschäftigen uns mit dem Pflanzenschutz, im Sommer dünnen wir aus und im Herbst ernten wir.

Ja! Natürlich:
Apfelwickler und Schorf als typische Apfelbaum-Krankheiten und Wühlmäuse als Schädlinge, die die Junganlagen dezimieren, können die Ernte gefährden. Der Bio-Landbau muss aber ohne den Einsatz von chemisch-synthetischen Spritzmitteln auskommen. Was tun Sie gegen die Gegner?

Rudi Wammes: Der Apfelwickler wird mit Pheromonen verwirrt, gegen Schorf verwenden wir Kupfer, Schwefel, Kaliseife, Schwefelkalkpräparate (Anm: biologische Schädlingsbekämpfungsmittel) in möglichst geringen Aufwandmengen. Wühlmäuse bekämpfe ich mit Fallen.

Ja! Natürlich:
Das Bienensterben wird global diskutiert und stellt alarmierende Folgen in Aussicht. Als Apfel-Biobauer sind Sie auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Wie ist Ihre Wahrnehmung in der Dezimierung der Bienen?

Rudi Wammes: Die Anzahl der Bienen hat sich in den letzten Jahren leider reduziert. Wir Bio-Bauern verwenden keine Pflanzenschutzmittel, die bienengefährlich sind und bieten somit optimale Voraussetzungen für die Imker.

Ja! Natürlich:
Können Sie uns Tipps zur Lagerung von Äpfeln für zuhause geben?

Rudi Wammes: Die beste Lagerung findet im Obstlager statt, deshalb empfehle ich nur in geringen Mengen einzukaufen. Zu Hause lagern die Äpfel am besten im Kühlschrank.

Ja! Natürlich:
Haben Sie Tipps für Bio-Gartler, wie sie ihre Apfelbäume am besten hegen und pflegen?

Rudi Wammes: Zu empfehlen sind Hochstammbäume, die schorf- und mehltauresistent sind. Somit kann man den Pflanzenschutzmitteleinsatz reduzieren.

Ja! Natürlich:
Lieber Herr Wammes, wir danken für das Gespräch und wünschen viel Erfolg für die Ernte!

Bio-Apfelbauer aus Tirol

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Ja! Natürlich.