Garten

Mischkulturen: Pflanzenmix hält den Garten gesund!

Ja! Natürlich
Mai 9, 2022

Besonders früher war es in heimischen Gärten üblich, ein vorbereitetes Beet für nur eine Pflanzenart zu reservieren. So gab es das Paradeiserbeet neben den Gurken und anschließend fand sich das Karottenbeet… Allerdings bringt diese Art des Anbaus einige Probleme mit sich. So finden z.B. Schädlinge viel leichter den Weg zu ihrer Lieblingspflanze und mit der Zeit wird der Boden müde. Die Nährstoffe des Bodens werden aufgebraucht und auch das Bodenleben wird einseitig. Im großen Stil angewandt führt diese Form der „Monokultur“ in der konventionellen Landwirtschaft übrigens zu großen Problemen. Bio hingegen macht’s anders!

Die Lösung

Die Lösung liegt sowohl für Hobbygärtner als auch Bio-Bauern auf der Hand und heißt Mischkultur: Verschiedene Gemüse- und Kräuterarten werden in einem Beet vermischt, um sich gegenseitig positiv zu beeinflussen. Im großen Garten ebenso anwendbar wie im kleinen Trog auf der Terrasse. Oft reicht es schon, 2 Pflanzen zusammen zu setzen, um z. B. Blattläuse fern zu halten oder das Aroma von Gemüse zu verbessern!

So hältst du deine Bio-Pflanzen gesund

1. Beispiel: Paradeiser & Salat

Die Wurzeln von Paradeisern wachsen sehr tief in den Boden und können sich die Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten holen. Der Salat ist hingegen ein sogenannter Flachwurzler. Es kommt damit zu keiner Konkurrenz der Pflanzen – die Mineralstoffe und Spurenelemente, die der Salat nicht verbrauchen kann, werden von den Paradeisern noch aufgenommen. Damit wird die Auswaschung von Nährstoffen verhindert.

2. Beispiel: Buschbohnen & Gurken

Gurken brauchen viele Nährstoffe, sie sind „Starkzehrer“. Buschbohnen oder Fisolen haben hingegen einen besonderen Trick auf Lager: in Symbiose mit Knöllchenbakterien im Boden können sie aus der Luft den Stickstoff filtern und im Boden speichern. Dieser wird den Gurken gleich zur Verfügung gestellt.

3. Beispiel: Spinat & Kraut

Die Wurzeln des Spinats scheiden Saponin aus, ein seifenartiger Schleimstoff. Dieser kann vom Kraut aufgenommen werden und fördert es in Wachstum und Gesundheit. Bei der Spinaternte sollten die Wurzeln übrigens immer im Boden bleiben – der Boden wir damit verbessert!

4. Beispiel: Kirschbaum & Kapuzinerkresse

Kirschbäume werden gerne von Blattläusen befallen. Kapuzinerkresse um den Baum gepflanzt, zieht die Läuse an und hält sie somit vom Kirschbaum fern.

5. Beispiel: Karotten & Dille

Karottensamen brauchen ca. 4 Wochen, um zu keimen. Dillesamen in die Karottenreihe gestreut, markieren die Pflanzreihen und beschleunigen zudem die Keimung der Karottensamen.

6. Beispiel: Basilikum & Zucchini

Basilikum lockt durch seinen aromatischen Geruch Insekten an, diese bestäuben die gelben Zucchiniblüten. Zucchini sind anfällig gegen Mehltau, Basilikum schützt wiederum die Zucchini davor bzw. reduziert den Mehltaubefall!

7. Beispiel: Erdäpfel & Kümmel

Kümmel stärkt das Wachstum und die Gesundheit der Erdäpfel und verbessert deren Aroma.

8. Beispiel: Karotten & Zwiebel

Die wohl bekannteste Mischkultur ist schon ein Klassiker: Die Karotten halten die Zwiebelfliege von den Zwiebeln fern, die Zwiebeln bedanken sich, indem sie die Möhrenfliegen von den Karotten vertreiben.

Mischen verboten!

Es gibt auch wenige Pflanzenkombinationen, die negativ aufeinander wirken: Petersilie oder Kresse in der Salatreihe bringen den Salat zum vorzeitigen Blühen (Schießen) und der Salat bildet keine Köpfe. Und Kamille bringt einen Blumenstrauß schneller zum Welken.

 

Garten-Tipp von Doris Kampas

Eine Faustregel für das Mischkulturbeet – Gemüsearten aus der gleichen Pflanzenfamilie sollen nie zusammengepflanzt werden! Sie sind genetisch sehr ähnlich, deshalb übertragen sie leichter Krankheiten und laugen den Boden einseitig aus.

Die unterschiedlichen Pflanzen einer Mischkultur – im Gegensatz zur berüchtigten Monokultur – entziehen dem Boden unterschiedliche Nährstoffe und geben dem Boden wiederum wichtige Substanzen ab. So ergibt sich eine gesunde Balance für Erdreich und Pflanzenwachstum. Die wichtigste Regel:

Gemüse-Pflanzen sind großteils im Beet nach Herzenslust zu mischen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wer mit wem am besten kann, zeigt die Tabelle! Erlaubt ist, was gefällt – ruhig auch nach Optik, Größe und Blattfarbe setzen! Unterschiedliche Sorten zu mischen, die nicht streng zu Reih‘ und Glied vergattert werden, ist sogar empfehlenswert: Eine kompakte Pflanzung mit verschiedenen Pflanzen und Gemüsesorten verhindert nämlich das ungeliebte Unkraut. Bedrängen sollten sich die Blätter und Früchte allerdings nicht. Auch Blumen wie Tagetes oder Kräuter wie Pfefferminze, Basilikum oder duftender Lavendel zwischen dem Gemüse erfüllen nicht nur optisch ihre erfreuliche Aufgabe, sondern verhindern Mehltau, Pilze und wehren Blattläuse und Schädlinge ab.

Beliebte Kombinationen im Bauerngarten sind beispielsweise Tomaten und Basilikum, die beide von unten zu gießen sind und es gar nicht schätzen, wenn das Blattwerk nass wird. Erdbeeren, Kopfsalat und Lauch ergeben ein harmonisch hübsches Bild in Höhe und Farbe. Und was natürlich in keinem Bauerngartl fehlen darf: Ringelblumen und Kapuzinerkresse – erfrischende Farbkleckse und wirksame, gesundheitsfördernde Kräuter für die „Hexenküche“. Aber das ist ein andere Garten-Geschichte…

Gemüse Guter Mix Schlechter Mix
Salat Bohnen, Kohlgemüse, Lauch
Erdbeeren Bohnen, Salat, Radieschen Kohlgemüse
Bohnen Erdbeeren, Gurken, Tomaten Knoblauch, Erbsen
Gurken Bohnen, Kohl, Salat Tomaten, Radieschen
Kohlgemüse Bohnen, Salat, Spinat, Tomaten Erdbeeren
Salat Bohnen, Karotten, Gurken Petersilie
Karotten Radieschen, Tomaten, Schnittlauch
Radieschen Bohnen, Karotten, Kohl Gurken

Garten-Tipp

Spart euch die akademische Planung eines Bauerngartens oder Gemüsebeets am Reißbrett! „Learning by Gartln“ darf ruhig das Motto sein! Ob als großzügiges Beet im Garten oder im bescheidenen Kistl am Balkon – einfach unterschiedliche Kombinationen ausprobieren! Ein Rhythmus von Ernten und Nachwachsen ergibt sich ganz von selbst.

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