08.08.2017

Ja! Natürlich: Trendwende von konventionellem hin zu Bio-Fleisch

Während die Österreicher nahezu unverändert viel Fleisch essen, greifen sie doch immer mehr zu Bio-Qualität. Das beweist, dass Kunden bereit sind für bessere Lebensmittel mehr zu bezahlen und dass der Aspekt des Tierwohls immer mehr an Bedeutung gewinnt. Diese Entwicklung spiegelt auch eine neue market-Studie im Auftrag von Ja! Natürlich wider – wenngleich sich viele Kunden aber noch zu wenig über die Vorteile einer artgemäßen Tierhaltung informiert fühlen.

Gute Nachrichten vom Biofleisch Markt weiß Martina Hörmer, Geschäftsführerin von Ja! Natürlich, zu berichten. „Die Verkaufszahlen von 2016 belegen eindeutig, dass der Markt in Bewegung ist, sich ein Paradigmenwechsel zu bewussterer Ernährung abzeichnet und Konsumenten mehr denn je zu Biofleisch und -wurst greifen. Damit einhergehend verschieben sich die Vorlieben ganz eindeutig von Schweinefleisch zu Hühner- und Rindfleisch. Wie wir heute sehen, haben sich 20 Jahre harte Arbeit und Ausdauer gelohnt. 1997 waren wir die ersten, die unter Ja! Natürlich flächendeckend Biofleisch angeboten haben. Heute können wir unseren Kunden das mit Abstand breiteste Sortiment an Biofleisch anbieten und sehen, dass der Wunsch nach qualitativ hochwertigem Fleisch nicht länger nur ein Lippenbekenntnis, sondern mittlerweile gelebtes Einkaufsverhalten ist. Denn fest steht, dass eine artegerechte Tierhaltung der wichtigste Grund ist, Bio zu kaufen“, sagt Hörmer.

Österreich: Ein Land der Fleischgenießer

Eine von Ja! Natürlich in Auftrag gegebene und von market durchgeführte Studie zeigt : Zwei von drei Österreichern essen täglich (4%) oder mehrmals wöchentlich (59%) Fleisch. Mit insgesamt 61% der Befragten gab der Großteil außerdem an, nur ungern auf Fleisch verzichten zu wollen. „Die Studie zeigt sehr eindrucksvoll, dass die Österreicherinnen und Österreicher starke Fleischesser sind – und dass sie den Fleischkonsum in der Entwicklung ihrer Kinder auch für sehr wichtig halten“, erklärt Werner Beutelmeyer, Institutsvorstand und Geschäftsführer von market, die Studienergebnisse. Denn Fleisch spielt für die Erwachsenen nicht nur in ihrer eigenen Ernährung, sondern auch in jener der Kinder eine große Rolle, das gaben 75% der Befragten an. 13% dieser Personen sind sogar der Meinung, dass Fleisch in der Kinderernährung unerlässlich ist.

Wichtig ist das Tier: Hohe Bedeutung von Tierwohl und Tierschutz

Den Österreichern ist das Tier wichtig – auch beim Fleischkauf. Das Ranking führt eine hochwertige Fütterung der Tiere an (87%), gefolgt von der regionalen Herkunft (86%) und der artgemäßen Tierhaltung (85%). Auch in der Nutztierhaltung setzen Kunden verstärkt auf Tierwohl-Kriterien: am wichtigsten sind den Befragten kurze Transportwege und artgemäße Tierhaltung der Nutztiere (jeweils 95%) und der sparsame vorbeugende Einsatz von Medikamenten und Antibiotika (91%). „Die Studie zeigt, dass Lebensmittel heute nicht mehr einfach nur schmecken, sondern moralischen Werten genügen müssen. Tierwohl ist einer dieser Werte und steht als DAS zentrale Anliegen von Ja! Natürlich seit jeher im Fokus unserer Projekt- und Produktentwicklung. Dass Tierwohl-Kriterien wie mehr Platz im Stall, Freilauf, etc. für die Konsumenten auch in der Nutztierhaltung eine große Rolle spielen, freut uns daher sehr“, so Hörmer.

Aber: Österreicher fühlen sich schlecht über Tierwohl informiert

Die Befragung von market zeigt aber auch: artgemäße Tierhaltung gewinnt an Bedeutung, trotzdem fühlen sich die Österreicher schlecht über die gängige Nutztierhaltung informiert (60% nur unzureichend, sehr gut sogar nur 8%). „Tierwohl gewinnt beim Fleischkauf zwar immer mehr an Relevanz, dieses Ergebnis zeigt aber auch, dass noch viel Informations- und Aufklärungsarbeit zu leisten ist“, erklärt Beutelmeyer.

Bio-Fleischabsatz im LEH wächst 2016 um beeindruckende 19,9 %

Laut AMA-Marketing GesmbH essen die Österreicher rund 65 Kilogramm Fleisch pro Kopf und Jahr. Das entspricht bei rund 8,5 Mio. Einwohnern einer Summe von 552.500 Tonnen. Von der Gesamtsumme wurden im Vorjahr laut Nielsen-Bio-Frischedaten 142.609 Tonnen im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel verkauft, davon 6.067 Tonnen in Bio-Qualität. Obwohl der gesamte Fleischmarkt im LEH im Vergleich zum Vorjahr stabil ist (leichtes Minus von 0,8%), ist der Bio-Bereich um 19,5% gewachsen und hält jetzt bei einem Marktanteil von 4,3%. Am Markt zeigen sich damit deutliche Verschiebungen beim Fleisch nicht nur von Schweinefleisch in Richtung Hühner- und Rindfleisch, sondern vor allem vom konventionellen in Richtung Biofleisch. „Die Konsumenten ernähren sich heute bewusster denn je, der Preis verliert auch beim Fleischkauf immer mehr an Relevanz. Die Österreicher essen tendenziell weniger, dafür qualitativ hochwertigeres Fleisch, das sie mit gutem Gewissen genießen können – und das können wir ihnen mit unserem breiten Angebot an Ja! Natürlich Fleisch in bester Bioqualität liefern. Wir freuen uns sehr, dass dieses Angebot von den Verbrauchern so gut angenommen wird und das Wohl der Tiere immer deutlicher in den Vordergrund rückt“, sagt Hörmer. Ja! Natürlich hält laut Nielsen-Bio-Frischedaten derzeit bei einem Marktanteil bei Biofleisch von rund 44%, die Umsatzzahlen konnten in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert werden. „Die steigenden Verkaufszahlen zeigen, dass Bio nach beliebten Produktgruppen wie Eiern und Milch auch beim Fleisch immer wichtiger wird. Um diese Wachstumskurve fortzusetzen, rücken wir daher auch in Zukunft die Vorteile von Bio-Fleisch gegenüber konventionellem konsequent und noch stärker in den Vordergrund. Außerdem sind wir darum bemüht, die Verfügbarkeit unseres Bio-Fleisches zu erhöhen – denn die Nachfrage ist größer als die Mengen, die wir bisher haben“, so Hörmer weiter.

Ja! Natürlich will Trendwende nutzen und noch stärker auf Tierwohl setzen

Sowohl die Studie von market als auch die Verkaufszahlen zeigen, dass der Bio-Gedanke wächst und das Kaufverhalten sich deutlich in Richtung Bio verschiebt. „Das Erreichte ist für uns Auftrag, in Zukunft noch deutlicher auf Tierwohl zu setzen, die Konsumenten stärker und klarer über die Kriterien und Vorteile einer artgemäßen Nutztierhaltung zu informieren und diese Trendwende für die weitere Entwicklung unseres Biofleisch Sortiments zu nutzen“, sagt Hörmer.

Tierwohl bei Ja! Natürlich

Seit über 20 Jahren ist Ja! Natürlich Österreichs Bio-Pionier Nummer Eins. Das ist vor allem der konsequenten Arbeit für mehr Tierwohl in der Bio-Landwirtschaft und den daraus entstandenen Pionierprojekten geschuldet. Im Rahmen dieser Pionierprojekte hat Ja! Natürlich nebst der Erfüllung der gesetzlichen Standards wie mehr Platz, Freilauf, keine vorbeugende Verabreichung von Antibiotika, keine Hormone, etc. zahlreiche neue Maßstäbe etabliert, die zum Wohl der Tiere weit über die gesetzlich vorgeschriebenen Richtlinien hinausgehen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Ganzjähriger uneingeschränkter Auslauf (365 Tage), Mutterkuhhaltung und das Verbot von Anbindehaltung für Weide-Jungrinder;
  • die Aufzucht männlicher Küken in der Eierproduktion, die dem sinnlosen Töten der
    männlichen Eintagsküken ein Ende setzte und ab Jänner 2016 zur österreichweiten
    Branchenlösung wurde;
  • die Bio-Freilandschweinehaltung im niederösterreichischen Waldviertel, wo die Freilandschweine auf großzügigen Äckern und Wiesen so leben können, wie es ihrer Natur entspricht;
  • und die Haltung der Bio-Strohschweine, die mehr Platz, ganzjährigen Auslauf, Licht und Sonne sowie bequeme Liegeflächen auf Stroh vorschreibt, das auch als Beschäftigung dient.

„Wir haben bereits viel Energie in die Etablierung von Pionierprojekten gesteckt und freuen uns sehr, dass die Erfolgskurve beim Kauf von Biofleisch deutlich nach oben zeigt. Diesen Weg für mehr Tierwohl in der Bio-Landwirtschaft Österreichs möchten wir auch in Zukunft konsequent fortsetzen“, so Hörmer abschließend.