Garten

Pflanzenschutz nach Bio-Art: Mit der Natur!

Ulli Cecerle-Uitz
Mai 22, 2015

Der letzte Winter war besonders mild, vor allem im Osten Österreichs gab es kaum Schnee oder Frosttage. Die milden Temperaturen und der frühe Frühling lassen nicht nur die Pflanzen früher sprießen, sondern heuer auch diverse Schädlinge und Pflanzenkrankheiten vermehrt auftreten. Die chemische Keule ist da leider auch für manche Hobbygärtner schnell zur Hand. Doch die Chemie im Garten vertilgt nicht nur die „Bösen“. Sie schadet ebenso der Umwelt und den Nützlingen – und den Menschen selbst.

Umdenken ist angesagt! Ein Motto, das Bio lebt: Der Bio-Anbau ohne Gift beginnt schon mit dem Samenkorn und der Jungpflanze. Stammen diese aus konventioneller Produktion, können sich sowohl im Samenkorn als auch auf der Pflanze chemische Substanzen befinden. Viele der Gifte wirken „systemisch“. Das bedeutet, dass sie nicht nur auf der Oberfläche verbleiben, sondern sich im Inneren der Pflanze bis zur Frucht verbreiten.

Ja! Natürlich bietet ein breites Sortiment an Saatgut und Jungpflanzen an, das aus biologischem Anbau stammt – und samenfest ist.

Biologischer Pflanzenschutz bei Pilzen und Schädlingen

  1. Nützlinge fördern! Im Garten gibt es eine Vielzahl an Helferleins, die Schädlingen den Garaus macht. Florfliegen und Marienkäfer fressen Blattläuse, Raubmilben vertilgen die Spinnmilben und der Igel hat Schnecken auf seinem Speiseplan. Mit Nützlingshäusern, einem Laubhaufen im Herbst für den Igel und einem nicht zu „aufgeräumten“ Garten finden die Nützlinge auch im Winter Unterschlupf und sorgen ganz natürlich dafür, dass kein Schädling Überhand bekommt.
  2. Bunte Mischkultur im Gemüsebeet. Viele Pflanzen helfen sich durch Duftstoffe und Wurzelausscheidungen gegenseitig.
  3. Knoblauch als Wundermittel. In der Mischkultur vertreibt er durch seinen strengen Geruch Blattläuse. Als Tee wirkt er hervorragend gegen Mehltau. Einfach 50 g Knoblauch (mit Schale) mit einem Liter heißem Wasser aufgießen, 20 min ziehen lassen, abkühlen und dann die Blätter besprühen.

  1. Brühe aus Ackerschachtelhalm. Wirkt gut gegen Pilzerkrankungen! Die Wirkung des Ackerschachtelhalms ist übrigens mittlerweile auch wissenschaftlich erforscht. Die in der Brühe gelösten Silikate verstärken die Zellwände der Pflanzen, Pilze können damit schlechter in die Zellen eindringen. Ackerschachtelhalm-Brühe sollte vorbeugend 14-tägig gesprüht werden, bei Befall mit Pilzen wöchentlich.
  2. Brennesseljauche. Entgegen der allgemeinen Meinung wirkt sie nicht gegen Läuse. Sie stärkt und düngt das Gemüse aber allgemein und erhöht so die Widerstandfähigkeit gegen verschiedene Pflanzenkrankheiten.
  3. Leimringe gegen Blattläuse. Läuse auf (Obst)bäumen können relativ einfach beseitigt werden: Ein Leimring um den Stamm gewickelt hält die Ameisen von der Baumkrone fern. Ameisen schützen mit ihrer Ameisensäure nämlich die Läuse, damit erhalten sie den für sie wertvollen Honigtau der Läuse für Ihre Brut. Ohne schützende Ameisen werden die Blattläuse rasch von verschiedenen Nützlingen verspeist.

Garten-Tipp von Doris Kampas

Zugegeben, ein „luxuriöser“ Tipp – aber wer die Möglichkeit hat, sollte sich Hühner halten! Im Herbst lässt man die Hühner ins Gemüsebeet, wo sie die Eier von Schnecken fressen und zerstören.

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