Wissen

Muss Bio-Ware verpackt sein?

Lisa Vockenhuber
Juli 12, 2018

Sehr häufig erreicht uns die Frage, warum unsere Produkte – insbesondere Bio Obst und Gemüse – verpackt sind. Am liebsten wäre uns natürlich, wenn wir gar keine Verpackung bräuchten. Das ist leider nicht immer möglich oder gar nicht sinnvoll, auch wenn dies auf den ersten Blick seltsam erscheint. Wir erklären euch, warum es in Anbetracht aller Faktoren, die hier zu berücksichtigen sind, manchmal doch eine Verpackung braucht und an welchen sinnvollen, nachhaltigen Lösungen wir täglich arbeiten. Es freut uns sehr, wenn KonsumentInnen und Konsumenten dieses Thema kritisch hinterfragen, denn das zeigt, dass wir an einem Strang ziehen.

Auch wir müssen uns an Gesetze halten

Der gesetzliche Rahmen gibt vor, dass Produkte in Bio-Qualität sich von konventioneller Ware in den Märkten für die Konsumenten optisch deutlich unterscheiden müssen. Ob uns das gefällt oder nicht, wir müssen uns daran halten. Würde man – um dieser Vorgabe zu entsprechen – statt den Bio-Produkten die gesamte konventionelle Ware verpacken, wäre das zwar für uns als Bio-Marke besser, letztendlich würde aber noch mehr Müll anfallen und man täte der Umwelt auch keinen Gefallen. Da Bioware leider noch den geringeren Anteil ausmacht, müssen Produkte, die auch als konventionelle Ware angeboten werden, meist verpackt oder zumindest mit Sticker o. Ä. versehen sein.

Kennzeichnung und Transparenz

Auch gewisse Kennzeichnungen sind verpflichtend oder essentiell für die Nachvollziehbarkeit der Ware. Größtmögliche Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind uns ein wichtiges Anliegen und auch der Wunsch vieler KonsumentInnen. Je nach Produkt brauchen wir hier mehr oder weniger Platz, wo wir entsprechende Angaben machen können. Bei der Avocado beispielsweise haben wir heuer erstmals Natural Branding eingesetzt, um die Ware völlig lose ohne Sticker oder Etikett anbieten zu können. Bei einer Tomate ist diese Methode allein aufgrund der natürlichen Beschaffenheit nicht möglich, da sie zu stark beschädigt werden würde.

Schutzfunktion und Schutz vor Verderben

Weiters bedingen einige Produkte aufgrund ihrer Eigenschaften eine Verpackung, um die Produktqualität bzw. Haltbarkeit garantieren zu können. Da wir in bester Reife ernten und auf chemisch-synthetische Spritzmittel, Fungizide und dergleichen verzichten, sind unsere Produkte nicht so lange haltbar wie konventionelle Ware. Die richtige Verpackung stellt auch oft sicher, dass die Produkte unversehrt im Markt ankommen und auch nachhause transportiert werden können. Würde man auf Verpackung verzichten oder unzureichendes Material einsetzen, würde das in vielen Fällen bedeuten, dass mehr Ware verdirbt, entsorgt werden muss oder nicht in bester Qualität genossen werden kann.

Hygiene

Ein weiterer Grund ist die Hygiene, die wir für alle unsere Produkte sicherstellen müssen.

Verwechslungsgefahr

Nicht nur die KundInnen im Markt, auch das Personal an der Kassa muss erkennen, ob es sich um ein Bio-Produkt oder um konventionelle Ware handelt, damit keine Fehler bei der Verrechnung passieren.

Wir reduzieren Schritt für Schritt Kunststoffverpackungen. Unser Ziel: Raus aus Plastik!

Welche Lösungen gibt es (und warum dauert das so lange)?

Alternativen zu Plastik gibt es viele. Welche die beste ist, sowohl für die Umwelt als auch für die KonsumentInnen und die Sicherung von Bio-Qualität und Genuss, ist von Produkt zu Produkt unterschiedlich. Daher können ernst gemeinte, sinnvolle, langfristige Verbesserungen nicht von heute auf morgen erfolgen. Intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit, gefolgt von umfangreichen Tests mit den jeweiligen Lieferanten der Produkte sind notwendig. Immerhin müssen auch unsere Lieferanten – wir arbeiten mit mehr als 7.000 Bio-Bauern und rund 80 ausgewählten Bio-Partnerbetrieben – das neue Verpackungsmaterial in ihren Betrieben einwandfrei verwenden können. Dann muss es sich beim Transport in den Markt, bei der Handhabung im Markt, bei den KonsumentInnen zuhause sowie bei der Entsorgung bewähren. Alle Schritte müssen berücksichtigt werden. Bei vielen Produkten sind uns bereits nachhaltige Lösungen gelungen. Andere Projekte hingegen, beispielsweise die Verpackung von Bio-Karotten, stellen uns vor größere Herausforderungen. Daran arbeiten wir noch und lassen uns nicht entmutigen. Wir werden nicht müde, neue Wege auszuprobieren, um Schritt für Schritt Kunststoffverpackungen zu reduzieren oder ganz zu vermeiden.

Unser Motto: Raus aus Plastik!

Seit Beginn unserer Green Packaging Offensive 2011 konnten wir durch die schrittweise Umstellung auf umweltschonende Verpackungen bereits über 480 Tonnen Plastik einsparen. Bei konkreten Fragen, Anregungen und Rückmeldungen rund ums Thema nachhaltige Verpackung könnt ihr gerne verpackung@janatuerlich.at kontaktieren.

Energy Globe NÖ für unsere green Packing Initiative

Unsere Green Packaging Initiative mit dem Ziel, schrittweise den Ausstieg aus Plastik zu schaffen, wurde im April 2018 mit dem Energy Globe NÖ als bestes nachhaltiges Projekt ausgezeichnet. Durch die schrittweise Umstellung auf umweltschonende Verpackungen von Graspapier bis zu Zellulosefolien und -netzen auf Holzbasis konnten seit 2011 mehr als 480 Tonnen Plastik eingespart werden.  Wir freuen uns sehr über die Anerkennung für die langjährige Arbeit unserer Expertenteams in diesem wichtigen Bereich und fühlen uns bestärkt, diesen Weg konsequent weiter zu gehen.

Kommentare

Ich finde die von REWE gesetzten Initiativen bezüglich neuer Verpackungsmaterialien etc. prinzipiell toll. Es gibt dabei jedoch einen wichtigen Aspekt, der m.E die grundlegende Überlegung sein müsste: Wo kann Müll vermieden werden? Wie kann ein "Zero Waste" Einkauf bei Rewe möglich werden wie er bei jedem Markt (in Wien) möglich ist, ohne den Komfort für die Konsumenten wesentlich zu verschlechtern? Bzw. müsste es zumindest die Option geben, ohne Müll einzukaufen. Für Wurst & Käse wäre die Möglichkeit dass REWE Mehrwegdosen selbst anbietet. Wer möchte kann diese zusätzlich kaufen und dann künftig selbst verwenden & mitbringen. REWE muss diese also nur anbieten. Betreffend der Bezahlung könnte z.B. eine Sofort-Zahlfunktion über Bankomatkassa direkt bei der Feinkosttheke eingerichtet werden. Alternativ könnte dem Kunden eine Karte o.ä. mitgegeben werden, mit der er bei der Kassa zahlen kann. Für Karotten, Kartoffel etc. wäre es toll wenn diese lose verkauft werden und die verwendeten Säcke mehrfach verwendbar wären. Der Kunde bringt den Sack selbst mit und befüllt den eigenen Sack. Dies wäre für Tomaten, Gurken etc. leicht möglich. Rewe könnte Stoffsäcke in guter Qualität anbieten. Bezüglich der Kennzeichnungspflicht von Bio-Ware: bei Gurken ist dies z.B. durch Einfräsung in die Schale möglich und bereits umgesetzt durch Netto in Deutschland. Toll wäre wenn z.B. die gesamte Bio-Waren einfach unverpackt verkauft wird und die konventionelle Ware verpackt wird. Oder es gibt einfach einen getrennten Bereich für die Bio-Ware?

Johannes Fiala
16.09.2018 um 21:06

Guten Tag, Die Verpackungsfrage bei Biogemüse stellt sich natürlich immer, einfach um vor Verderb zu schützen. Es gibt doch ganz gute ökologisch freundliche Verpackungskonzepte die nur umgesetzt werden müssten. Wenn ich selbst einkaufe habe ich immer selber meinen Beutel dabei. https://www.frima-biohof.at/de/produkte/bio-gem%C3%BCse/

Jim Winkler Winkler
09.01.2019 um 10:48

Ich freue mich sehr, dass Joghurt und Milch wieder in Glasflaschen angeboten wird. Leider aber nur als Einwegflasche, was ich schade finde. Wobei aber vor allem die Joghurt-Gläser sehr gut wiederverwendet werden könnten (z.B. als Marmeladegläser).....wenn nur die Beklebung nicht sooo schwer zu entfernen wäre!!! Mit heißem Wasser, Spülmittel,....keine Chance! Da muss man schon wieder zur starken Chemie greifen, um die Kleber runterzubekommen!!! Das gilt natürlich auch bei den Milchflaschen!!! Vielleicht gibt es da andere Möglichkeiten der Beklebung? LG Nicole

Nicole H.
05.06.2019 um 14:22

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