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Im Portrait

Andreas Fischer-Ankern: Züchtet im Waldviertel Bio-Karpfen

Waldviertel , Niederösterreich

Etwa zwischen Weitra und Waidhofen an der Thaya liegt Kirchberg am Walde. Und wie der Name schon verrät: Wälder gibt es hier zuhauf. Aber auch Felder und Teiche und damit die besten Voraussetzungen für die Karpfenzucht, der sich das Gut Kirchberg schon vor Jahrhunderten verschrieben hat. 1345 erstmals erwähnt, hat sich seither rundherum vieles verändert. Neue Teiche kamen hinzu und formten so die Landschaft mit, das Grundsystem der Fischwirtschaft ist jedoch seit dem Mittelalter weitgehend gleichgeblieben: „Unsere Teiche werden von Regenwasser gespeist, das dann von einem Teich in den anderen rinnt. Dazu brauchen wir weder Technik noch Strom“, sagt Andreas Fischer-Ankern, dessen Familie das Gut seit über 150 Jahren als Familienbetrieb führt.

Fischer-Ankern
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Familienbetrieb Gut Kirchberg

Dass er selbst einmal das Unternehmen einsteigt, war für ihn immer klar: „Ich war schon als Kind unheimlich gerne in den Wäldern und in der Teichlandschaft unterwegs. Mit Freude in der Natur zu sein, mit dem Wind, dem Wetter und den Jahreszeiten zu leben ist die wichtigste Grundvoraussetzung, um Teichwirt zu sein.“ Das fachliche Wissen dazu eignete er sich auf vielfältige Weise an: „Nach der Schule im Waldviertel hatte ich einige Wanderjahre, habe in Wien, Zürich und Oxford Wasserwissenschaft, Forstwirtschaft und Wirtschaftswissenschaften studiert und anschließend noch bei der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen in Rom gearbeitet. Dabei war mir immer klar, dass ich zu meinen Wurzeln und damit in unseren Familienbetrieb im Waldviertel zurückkehren will. Gesagt, getan. Andreas Fischer-Ankern lebt heute mit seiner Familie auf Gut Kirchberg. Die Freude, die er einst als Kind verspürt hatte, erlebt er heute bei seinen beiden Kindern wieder: Sie sind gerne draußen und, wenn abgefischt wird, mit ihren Watthosen auch mitten im Geschehen.

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Von der „Karpfenhochzeit“ bis zum Abfischen

Bis es zum Abfischen der Ja! Natürlich Bio-Karpfen kommt, dauert es drei oder vier Jahre. Davor durchlaufen sie mehrere Teiche. Der Besatz folgt aus den eigenen Beständen: Jedes Jahr im Frühling werden ausgewählte Mutter- und Vaterkarpfen in kleine, nur für diesen Zweck für einige Wochen mit Wasser befüllte Teiche eingesetzt. In diesen sogenannten Dubischbecken laichen die Elternkarpfen dann bei der „Karpfenhochzeit“ natürlich ab. Sind die Brütlinge groß genug, übersiedeln sie in die Brutteiche, dort verbringen sie ihr erstes Jahr. Später werden sie in Streckteiche und schließlich in Abwachsteiche umgesetzt, wobei stets auf eine ausgewogene Besatzdichte geachtet wird. Ende September beginnt das Abfischen – das wie vor 700 Jahren vonstattengeht: Das Wasser wird in die darunterliegenden Teiche abgelassen, die Fische sammeln sich am tiefsten Punkt, dem sogenannten Teichmönch. Dort werden sie mit Netzen gefangen und der weiteren Verarbeitung zugeführt.

„Unser Ja! Natürlich Bio-Karpfen schmeckt nicht nur hervorragend, sondern ist auch eine großartige Ergänzung bei einer bewusst gesunden sowie klima- und umweltfreundlichen Ernährung. Darauf sind wir stolz.“
Andreas Fischer-Ankern, leidenschaftlicher Bio-Teichwirt
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Naturschutz und Diversität

Was den Waldviertler Bio-Karpfen so besonders macht, sind also die Bedingungen, unter denen er aufwächst: Sandige Böden, das raue Nord-Waldviertler Klima und naturbelassene Teiche bilden den Lebensraum inmitten eines Natura 2000 Naturschutzgebiets. Nahrung finden die Fische vor allem im Wasser in Form von Plankton. Ergänzung hierzu bildet Bio-Getreide, das bei Bedarf von Hand vom Fischmeister ausgebracht wird – dieses Zusammenspiel bildet auch die Grundlage für die hohe Qualität und den guten Geschmack der Fische. Dass dies auch andere Gäste anlockt, gehört zum Lauf der Natur: Graureiher oder Fischotter finden hier ein reichhaltiges Buffet. Andreas Fischer-Ankern sieht dies jedoch sportlich: „Wir leben im Einklang mit der Natur und das gehört zum Kreislauf dazu. Und letztendlich haben die Fischotter auch etwas Gutes: Wenn sie unterwegs sind, bewegen sich die Karpfen mehr. Das wirkt sich dann auf ihre Vitalität aus.“

Dass sich Karpfen bei Familie Fischer-Ankern häufig auf dem Speiseplan finden, versteht sich von selbst. Schließlich wachsen die proteinreichen, fettarmen Fische direkt vor der Haustüre. Wer nicht den Vorteil einer eigenen Fischzucht vor der Türe hat, hat dennoch nicht das Nachsehen: Seit 2003 ist das Gut Kirchberg Ja! Natürlich-Partner, wodurch die Waldviertler Bio-Karpfen österreichweit erhältlich sind.

„Unsere hochwertigen Waldviertler Bio-Karpfen ernähren sich im Gegensatz zu vielen anderen Fischarten nicht von anderen Lebendfischen, Fischmehl oder industriell hergestelltem Fertigfutter sondern hauptsächlich von der natürlichen Nahrung im Teich, dem Plankton.“
Andreas Fischer-Ankern, leidenschaftlicher Bio-Teichwirt
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Bio-Waldviertler Karpfenfilet

Durch das langsame Wachstum sind unser Bio-Karpfen mager, festfleischig und wohlschmeckend. Die Fische enthalten hochwertiges Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Die Tiere beziehen den Großteil ihres Futters selbst aus dem Teich und nur ein geringer Teil wird von den Fischzüchtern biologisch zugefüttert wird.

Karpfenfilet