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Im Portrait

Fritz Prem: Erntet saftige Äpfel im Einklang mit der Natur

Oststeiermark/Hartbergerland, Steiermark
Hühner im Obstgarten
Apfelhühner

Landwirtschaftliche Ausbildung – Übernahme des Betriebs Mitte der 1980er-Jahre – Fortsetzung konventioneller Wege. Und dann kam bei Fritz Prem Ende der 1990er-Jahre ein Umdenken: „Zum einen habe ich erkannt, dass die Kulturführung weitgehend ausgereizt ist. Die Produktion brachte keine Herausforderung mehr und ich habe mich gefragt: Soll das noch lange so weitergehen?“ Nein, lautete die klare Antwort. Und so wurden die chemischen Spritzmittel entsorgt, neue Apfelsorten gesetzt und der Weg in Richtung Bio-Apfelanbau eingeschlagen. Es war eine höchst herausfordernde Zeit. Das war vor über zwei Jahrzehnten, seit drei Jahren folgt der Betrieb zudem den Demeter-Richtlinien.

Bio-Äpfel am Baum
Apfelhühner

Internationaler Erfahrungsaustausch

Um sich an das Feld heranzutasten, unternahm Fritz Prem zahlreiche Reisen durch Europa. Das erweiterte nicht nur die Kenntnisse, sondern förderte den Erfahrungsaustausch, auf den er bis heute schwört: „Wir kämpfen alle mit denselben Schädlingen und Einflüssen und können voneinander profitieren. Für mich ist es der falsche Weg, mein Wissen für mich zu behalten, wenn ich auf etwas Neues draufkomme.“ Und so hat er sich ein breites Netzwerk unter Bio-Bauern aufgebaut, das bis nach Italien, Frankreich und Deutschland reicht. „Die Zusammenarbeit ist keine Einbahnstraße“, ist Fritz Prem überzeugt und gibt sein Know-how gerne weiter, zum Beispiel als Obmann der Österreichischen Bio-Obstbauern.

„Das Know-how im biologischen Apfelanbau hat in den letzten 15 Jahren enorm zugenommen. Durch den Austausch wird unser Wissen multipliziert – und davon profitieren wir alle.“
Fritz Prem, innovativer Bio-Apfelbauer

Biodiversität im Apfelgarten

Dass der eingeschlagene Weg richtig war, zeigt schon ein Blick auf die Zahlen: Lag der Anteil an Bio-Äpfeln in Österreich Mitte der 1990er-Jahre nur unter einem Prozent – davon die Hälfte aus Import – werden heute 20 Prozent der Anbauflächen biologisch bewirtschaftet. Wie in anderen Bereichen der biologischen Landwirtschaft gilt auch beim Apfelanbau: „Es gibt nicht das Patentrezept. Vielmehr drehen wir ständig an vielen kleinen Schrauben, damit das biologische Gleichgewicht im Apfelgarten stimmt.“ Dazu gehört auch, Neues auszuprobieren, wie etwa Blühstreifen zwischen den Traktorspuren: Diese fördern die Biodiversität und ziehen Nützlinge wie Marienkäfer, Raubwanzen und Zehrwespen an; diese laben sich auf der einen Seite an den Blüten und andererseits an Blattläusen und anderen Schädlingen und nicht an den Äpfeln.

Mauerbienen zur Bestäubung

Als Fritz Prem Unterstützung bei der Bestäubung suchte, setzte er erst einmal auf Hummeln. Diese bewährten sich jedoch nicht: Ihr Bio-Zyklus passt nicht optimal zum jenem seiner Früchte. Eigene Honigbienenvölker waren ihm zu aufwändig und so stieß er auf andere Helfer, die ihm natürlich zur Hand gehen: „Seit drei Jahren haben wir Mauerbienen. Sie sind standorttreu, vermehren sich von selbst und wir können die Kokons überwintern. Und sie passen perfekt zum Rhythmus der Apfelblüte. Das ist eine tolle Geschichte!“

Bio-Huhn im Obstgarten

Apfelhühner als „Bodenpersonal“

Eine tolle Geschichte sind auch die Apfelhühner, die sich zu ebener Erde im Apfelgarten tummeln. Zwei Ställe mit je 40 Hühnern hat Fritz Prem bereits im Einsatz, und das von Ja! Natürlich und FiBL initiierte Projekt bewährt sich bestens: Die Bäume bieten dem Federvieh Schutz, dafür pickt es Schädlinge aus der Erde, bevor diese an die Äpfel kommen. Zudem sorgt die Hühnerschar für natürliche Düngung.

Erfahre HIER mehr über das Pionierprojekt.

Kulinarische Tipps

Bleibt noch die Frage, wie der Apfelbauer seine Äpfel am liebsten genießt. „Als Beilagen zu Fleisch oder Ähnlichem mit Preiselbeeren, als Apfelmus und natürlich Apfelstrudel. Und um die Zeit um Weihnachten herum gibt’s bei uns häufig Bratapfel – einfach den Apfel ins Rohr und anstechen oder mit Marmelade und Nüssen füllen“, verrät der Experte. Topas und Gala sind dabei die Allrounder und eignen sich für die meisten Speisen. Aber auch alle anderen Sorten haben etwas für sich. Man muss einfach kosten und vergleichen.“ Die Möglichkeit dazu bietet das Ja! Natürlich Bio-Apfel-Sortiment allemal!

„Gala oder Topaz sind die Allrounder unter den Äpfeln. Sie eignen sich für Apfelstrudel bis hin zum Bratapfel.“
Fritz Prem hat auch Kulinarik-Tipps
zu den besten Bio-Rezepten

Äpfel schmecken einfach jedem


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